19. Dezember 2011
EU-Kofinanzierungen und Rückflüsse für das Land OÖ
Oberösterreich nutzt die Chancen
Seit Österreichs Beitritt zur EU im Jahr 1995 waren unter anderem die EU-Förderprogramme ein wichtiger zusätzlicher Impulsgeber für die Erhöhung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit und der Schaffung und Sicherung der Arbeitsplätze in Oberösterreich. Das Land setzt sich aktiv für Europapolitik und multi-regionale Kooperationen und hat daher in den vergangenen fast 17 Jahren aus den verschiedensten Politikbereichen auch intensiv an EU - kofinanzierten Programmen und Projekten teilgenommen.
Hauptschwerpunkte sind dabei die Landwirtschaft mit ihren Marktstützungsmaßnahmen für Oö. Landwirte und den Projekten für die Entwicklung des Ländlichen Raums aus den Fonds für die Landwirtschaft und Fischerei, Arbeitsmarkt- und Beschäftigungs- sowie Integrationsprojekte aus dem Europäischen Sozialfonds (= ESF), Projekte für die regionale Entwicklung, Innovation und grenzüberschreitende Zusammenarbeit aus dem Fonds für die Regionalentwicklung (EFRE) und die wichtigsten Programme für Forschung, Unternehmerinitiativen, Bildung, Kultur und Umwelt.
Mitgliedschaft in der Europäische Union ist starker Wettbewerbs-, Innovations-, Konjunktur- und Arbeitsplatzmotor für Oberösterreich
Durch die Schwerpunktsetzung auf Innovation, Forschung und Qualifizierung ist Oberösterreich von einem "Land der rauchenden Schlote" zu einem "Land der rauchenden Köpfe" geworden. Natürlich hat der größere, europäische Markt auch Herausforderungen – wie etwa ein Mehr an Wettbewerb – gebracht. Eine Reihe von Kennzahlen verdeutlichen jedoch, dass Oberösterreich seine Chancen genützt hat und dieser zusätzliche Wettbewerb dem Wirtschaftsstandort Oberösterreich volkswirtschaftlich gut getan hat. Oberösterreichs Wirtschaft hat vom Binnenmarkt stark profitiert.
Oberösterreich ist Exportbundesland Nr. 1
Oberösterreich hat seine Position als Exportbundesland Nr. 1 weiter gefestigt. 30 Prozent aller Exporte Österreichs kommen aus unserem Bundesland. Ingesamt konnte die oö. Exportquote von 33,6 Prozent (1995: 28 Mrd. Euro) auf 61 Prozent (2008: 47,4 Mrd. Euro) bzw. 51,6 Prozent (2009: 45,7 Mrd. Euro) gesteigert werden. Damit wird jeder 2. Arbeitplatz in Oberösterreich indirekt oder direkt durch den Export von innovativen Produkten und Dienstleistungen gesichert.
Starkes Wirtschaftswachstum dank EU-Osterweiterung in 2004
Von der EU-Osterweiterung im Jahr 2004 (Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Estland, Lettland, Litauen, Malta, Zypern) und im Jahr 2007 (Bulgarien, Rumänien) hat Oberösterreich stark profitiert, v. a. durch Handelseffekte (Wegfall der restlichen Zölle und der Handelskosten, Exporte in neue Märkte der EU-12), Binnenmarkteffekte (Effizienzsteigerung, mehr Preiswettbewerb) und Faktorwanderung (Direktinvestitionen von West nach Ost; Arbeitsmigration von Ost nach West). Die dortigen "neuen Märkte" und "neuen Chancen" konnte Oberösterreich und die oberösterreichische Wirtschaft in besonderem Maße nutzen und unser Bundesland sicherte sich somit über Jahre ein starkes, über dem Bundesdurchschnitt liegendes, Wirtschaftswachstum. Das BIP der Republik Österreich ist im Zeitraum 1995-2007 um durchschnittlich +3,76% gewachsen, das regionales BIP-Wachstum des Landes OÖ im selben Zeitraum betrug durchschnittlich + 4%.